Medien als politische Akteure

False Balance:

Wenn man von False Balance spricht, dann redet man allgemein von einer falsche Ausgewogenheit. Das heißt, dass Minderheitenmeinungen ein zu hoher Stellenwert eingeräumt wird und dadurch ein verfälschter Eindruck entstehen kan Also, dass die unwichtigen Informationen genauso wichtig sind wie wichtige Informationen, da die öffentlichen Medien nicht wertend und allgemein berichten.

Das Problem der ganzen Sache ist, dass man durch die verschiedenen Informationen nicht weiß, welche Info zum Beispiel wissenschaftlich von mehreren geteilt wird und welche eine Einzelmeinung ist, wodurch dann ein Mittelweg angenommen wird. Dies betrifft die Bevölkerung, da diese sich durch die Informationen die aktuellen Themen erläutern lassen. Hier kann es zu einem Unverständnis der Bevölkerung auf beschlossene Gesetze der Bundesregierung kommen, da die Regierung sich Informationen von Wissenschaftlern holt und die Bevölkerung noch immer die verfälschten Informationen erhält. Da kann es durch dieses Unverständnis zu Verzögerung kommen. 

Beispiel Klimakrise:

Wissenschaftlich ist belegt, dass es den Klimawandel gibt und, dass ganz dringend etwas unternommen werden sollte. Allerdings gibt es auch wenige Wissenschaftler, die sich kritisch gegenüber der Klimakrise stellen. Daraufhin wird der Bevölkerung von beiden Standpunkten berichtet und die Bevölkerung bildet für sich selbst einen Mittelweg und versteht die drastischen Entscheidungen der Bundesregierung weniger. 

Welchen Einfluss hat Social Media auf den politischen Prozess?

In Sozialen Medien werden Inhalte aufgenommen, beurteilt und kommentiert. Dadurch entsteht der participative Modus. Er beruht auf Mitsprache und hat eine größere Widerspruchsbereitschaft zur Folge. Die Stimme des einzelnen Bürgers kann zu Gehör gebracht werden und dadurch auf sich und das Problem aufmerksam machen. Die Nutzer:innen können durch Soziale Medien, zum Beispiel durch Online Petitionen, mehr Reichweite gewinnen und auch andere zum politischen Engagement auffordern. Der politische Diskurs wird dadurch breiter, dynamischer und unübersichtlicher. Durch veröffentlichte Inhalte finden sich  Interessengruppen schneller zusammen, organisieren sich und können aktiv werden. Verschiedene Meinungen entstehen im digitalen Referenzkreis, diese auch oft mit politische Themen verknüpft sind. Dadurch wird die eigene Stimme zu Gehör gebracht und können sie in politischen Debatten einbringen. 

Influencer/-innen sind Personen mit einer überdurchschnittlich hohen Reichweite auf einer oder mehreren Social-Media-Plattformen. Diese Personen strahlen für ihr Publikum Authentizität und Vertrautheit aus und werden als Rollenvorbild genommen. So können sie bei alltäglichen aber auch bei politischen Themen Einfluss ausüben. 

Politiker/-innen können ihre eigene persönliche Öffentlichkeit schaffen, über die sie ihre Standpunkte und Forderungen verbreiten können, ohne auf journalistische Berichterstattung angewiesen zu sein. 

Pressefreiheit

In Deutschland herrscht Pressefreiheit. Dies wird durch Artikel 5 im Grundgesetz gewährleistet. Die Pressefreiheit gilt für Bücher, Filme und alle sonstigen Medien, aber das heißt nicht dass man alles veröffentlichen kann. In dem Artikel werden auch Grenzen dieser Pressefreiheit grob erklärt.
Eine Einschränkung dieser Pressefreiheit lässt sich bei der „journalistischen Sorgfaltsplicht“ finden. Diese besagt, dass Journalisten nur nach genauer Recherche, Vollständigkeit der Informationen und angemessener Sprache berechtigt sind ihre Arbeit zu veröffentlichen.
Das Bundesverfassungsgericht schreibt eine „wahrheitsgemäßige Berichtserstattung“ vor. Das heißt, Journalisten dürfen nur über die „Wahrheit“ berichten. Allerdings weiß man oft garnicht, was diese Wahrheit ist. Man denke an die Klatschpresse oder Boulevardzeitungen, welche es schaffen diese Bedingungen zu umgehen, manchmal durch eine Fragestellung als Schlagzeile, manchmal durch fehlende Zeugen und Beweise.

Pressekodex

Die meisten Printmedien haben einen Pressekodex, welcher weitere Einschränkungen aufweist. Neben den generischen Vorschriften sind auch einige neue und durchaus wichtige Regeln zu beachten.
Zum einem verpflichten sich die Zeitungen ihre „Fehler“ oder Missverständnisse sofort wieder zu beheben, sollten sie falsche Informationen verbreitet haben. Damit so ein „Fehler“ aber erst garnicht passiert, müssen alle Quellen auf ihre Zuverlässigkeit geprüft werden.
Zusätzlich soll die Privatsphäre von Privatpersonen gewährleistet werden und die Anschaffung jeglicher Daten soll durch ethische Methoden erreicht werden.

Massenmedien:

Was ist das? 

Zu Massenmedien zählen Radio, Fernseher, Zeitung und Co, man redet hier also von einem Kommunikationsmitteln, das für die Verbreitung von Informationen sorgt.

Massenmedien müssen sachlich, verständlich und informativ sein…

FUNKTIONEN und einflÜsse:

… und verfolgen das Ziel es jedem zu ermöglichen, eine eigene Meinung und eigene Interessen zu bilden, zum Beispiel mithilfe von öffentlichen Diskussionen.

Zudem sollen zum Begreifen der Verfassungsordnung beitragen und ein besseres Verständnis für die (z.B. ökologische, ökonomische und soziale) Politik fördern.

Daraus erschließt sich das weiteres Ziel Zusammenhänge, z.B. in der Politik und Wirtschaft, zuverstehen.

Als weiteren Punkt sollen Medienmassen für eine Anregung der Bürger für die Beteiligung an Wahlen,  Bürgerinitiativen, etc. sorgen.

Sie soll eine Neutralität gegenüber Religionen vermitteln, indem keine negative Kritik ausgeübt wird, sondern nur sachliche Fakten kund gegeben werden.

Auch Massenmedien haben ihre Funktionen und Einflüsse, so sollen sie einerseits Informationen verbreiten und an Meinungsbildungen mitwirken.

Sie besitzen außerdem Kontrolle und Kritik und sollen für Unterhaltung und Bildung sorgen. Medien beobachten Ereignisse kritisch, z.B. werden politische Prozesse in öffentlichen Diskussionen besprochen und kritisiert.

Eine politische Funktion wäre wirtschaftliche Informationen, wie z.B. Konsum- und Verbrauchsinformationen, zu veröffentlichen. Generellen bewirken sie eine Herstellung der Öffentlichkeit, so sollen sie als Beispiel die Standpunkte und Meinungen von Parteien, einzelnen Politikern, etc. vorstellen bzw. präsentieren.

Massenmedien haben außerdem die Funktion, den sozialen Kontakt zwischen Regierung und Bevölkerung aufrecht zu halten.

Wie schon erwähnt animieren sie auch die Bürger zur Beteiligung an der Politik (Wahlen, Bürgerinitiativen, Demonstrationen, etc.).

Durch die Funktionen und Einflüsse der Massenmedien kommt es zu einem ständigen Wandel der Gesellschaft, durch verschiedene Informationen aus einflussreichen Bereichen, wie Politik, Wirtschaft, Kultur oder Soziales.

Kritik:

Auch Massenmedien haben ihre Nachteile, so können sie zur Propaganda führen, dass heißt die Menge wird durch Medien so manipuliert, dass eine bestimmte Meinung als richtig empfunden wird. Allerdings ist die BRD zurzeit nicht von einer Propaganda betroffen.

Außerdem werden starke Organisatoren, z.B. Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, Unternehmer, etc., verstärkt gefördert, wodurch kleinere Organisatoren verstärkt untergehen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Kritik im Übermaß, denn jeder noch so kleine Misserfolg wird veröffentlicht und kritisiert, allerdings bleibt dadurch auch kein Misserfolg geheim.

Chancen & Risiken des Einflusses von Social Media auf den politischen Prozess

Chancen:

Durch Social Media werden wir über die meisten Ereignisse informiert die wir ansonsten nur schwer oder langsamer erfahren würden. Dadurch kann man sein Meinungsbild erweitern oder verändern von zum Beispiel Parteien oder Politikern. Außerdem können wir durch Social Media Nachichten von überall aus der Welt schnell mitbekommen, egal ob Landes-, Bundes-, Europa- oder weltweit. Sie zeigen und dazu noch verschiedene Möglichkeiten um an Probleme heranzugehen. Man bekommt durch sie ein Verhältnis zu übergeordneten Bezügen wie zum Beispiel Freiheit, Sicherheit, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung die bei uns fast selbstverständlich sind, in anderen Ländern aber hart umkämpft sind. Um ein aktuelles Beispiel zu haben kann man sie die Lage im Iran (Stand 26.09.2022) anschauen, wo Frauen harte Strafen erwarten wenn sie nicht den Hijab ordentlich tragen oder sich nicht an andere Kleidungsregeln der islamischen Regierung halten. Sie haben weder die Gleichberechtigung die Frauen hier haben, noch haben sie Selbstbestimmung oder Sicherheit da viele Frauen auch zu Tode geschlagen werden (z.B. Mahsa Amini). Ein Problem dort ist, dass die Regierung Social Media fast komplett „abgeschaltet“ hat, sodass die Menschen dort kaum mehr etwas mitbekommen was nicht in den Staatsnachrichten genannt wird. Durch Social Media erhalten wir hier auch einen Einblick in das gesellschaftliche Meinungsbild, wodurch man die Möglichkeit für einen Austausch hat und seinen Horizont erweitern kann. Auch Politiker können Social Media nutzen um ihre Standpunkte, Anliegen und Forderungen zu verdeutlichen und zu teilen, wodurch sie auch das Meinungsbild der Bevölkerung beeinflussen können. Dazu kommen noch Influencer die, solange ihre Informationen Faktenbasiert sind, eine weitere Informationsquelle bieten, wie es zum Beispiel Rezo, welcher faktenbasierte Kritik an den Parteien und Politikern äußert. 

Man kann als Nutzer auch selber etwas gegen Desinformationen tun indem man den Algorithmus anpasst. Dies kann man machen indem man gewollten Accounts folgt, Lied und teilt wodurch man dann auch nurnoch ähnliche Beiträge vorgeschlagen bekommt.

Risiken:

Eine der Hauptprobleme von Social Media ist, dass der Einblick in das gesellschaftliche Meinungsbild auch einen negativen Einfluss haben kann. Durch die Austauschmöglichkeit wird auch eine Plattform für Radikalismus, Hass und Gewalt bietet, wodurch auch Angriffe oder Anschläge oft über Social Media geplant werden. Auch die Accounts von Politikern können „gefährlich“ werden, da sie darüber ihre Meinung und Kommentare preisgeben können ohne auf journalistische Berichtserstattung angewiesen zu sein. Ein gutes Beispiel dafür war Trump, welcher durch seine Tweets für viel Aufsehen gesorgt hat. Auch Influencer die ihren politischen Standpunkt teilen können einen negativ beeinflussen, da sie durch ihre Authentizität einen beeinflussen oder manipulieren können. Dazu kommen noch irreführende oder falsche Neuigkeiten, welche sich meist schneller verbreiten. Sie werden auch Desinformationen oder Fake News genannt. Durch diese kann sich das Meinungsbild auch fälschlich verändern lassen. Vor allem aktuelle Desinformationen oder Fake News über gesellschaftlich relevante Sachverhalte können die Meinung der Bürger manipulieren. Dies passiert zudem aktiv, das bedeutet das hinter ihnen eine Täuschungsabsicht steckt, welche aus verschiedenen Motiven kommen kann. Dadurch wird aktiv das kommunikationsethische Prinzip der Wahrhaftigkeit verletzt. Demnach wird falsches Vertrauen oder auch Misstrauen gegenüber politischen Handlungen, Politikern oder Parteien aufgebaut, was auch zur politischen Verdrossenheit beitragen kann. Allgemein muss man bei Social Media immer auf die Quelle und ihre Glaubwürdigkeit achten da, im Gegensatz zu publizistischen Medien wie zum Beispiel Zeitungen oder die Tagesthemen, nicht auf die journalistische Richtigkeit überprüft wird sondern jeder alles veröffentlichen kann.