Prozess des Atomausstiegs in der BRD

Gründe für den Atomausstieg
Der Hauptgrund für den letztendlichen Atomausstieg war die Kernschmelze im japanischem Atomkraftwerk Fukushima, aber dies war nicht der erste Atomausstieg und es gab noch verschiedene andere Gründe, die den Ausstieg beeinflussten.
Der erste Atomausstieg wurde von der damaligen Rot-Grünen Regierung im Jahr 2000 beschlossen und beinhaltete einen sehr langwierigen Ausstiegsplan. Die ersten Abschaltungen folgten 3 und 5 Jahre nach Aufsetzung des Vertrages mit den Unternehmen, die für die Energieversorgung durch Atomkraftwerke verantwortlich waren.
Die Gründe für diesen ersten Atomausstieg war vor allem, dass die Grünen, die schon seit Anti-Atomkraftbewegungen der 70er und 80er Jahre und vor allem nach der Tschernobyl Katastrophe, die weitaus verheerender als Fukushima war und immer noch für Nachwirkungen in ganz Europa verantwortlich ist wie erhöhte Krebsraten und höhere Strahlenwerte in vielen Gebieten, unter anderem Süddeutschland und ein weltweites Umdenken in Bezug auf Atomkraft, Panik und verstärke Anti-Atomkraftbewegungen sorgte, sich entschieden für einen Atomausstieg aussprachen und es in der neuen Koalition mit der SPD umsetzten.
Der Ursprung der Anti-Atomkraftbewegungen lag in Breisach, da Winzer befürchteten durch den Wasserdampf Ernte einbüßen zu müssen, deshalb wurde der Bau ins 10 km entfernte Wyhl verlegt. Da der Bau durch den Widerstand der Winzer an Popularität zunahm, bildeten sich Bürgerinitiativen, die sich aktiv gegen den Bau des Atomkraftwerks stellten. Letztendlich kam es zur Besatzung des Bauplatzes durch Demonstranten, die durch Polizei geräumt werden mussten, wodurch die Anti-Atomkraftbewegung Deutschland weit Aufmerksamkeit erlangte und ihren Lauf nahm.
Die Gründe der Anti-Atomkraftbewegung waren in ihren Anfängen in den 70er Jahren vor allem die Auswirkungen eines GAUs auf die Umwelt und die Menschen durch Verstrahlung und andere Folgen des GAUs. Aber mit der Entwicklung der Bewegung kamen auch andere Risiken wie die Endlagerung und andere Probleme des Atommülls in den Fokus der Anti-Atomkraftbewegung.
Die nächste Regierung hielt an diesem Ausstieg fest, aber die CDU und FPD Koalition beschloss 2010 kurz vor der Fukushima Katastrophe eine Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke, die auf viel Widerstand in der Öffentlichkeit sorge, aber umgesetzt wurde. Sie sollten als Brückentechnologie dienen, bis erneuerbare Energien zuverlässig und rentabel wären und den erneuerbaren Energien allgemein den Weg ebnen.
Als es aber dann im März 2011 zur Fukushima Kernschmelze kam, der dritten überhaupt und zweitgrößten nach Tschernobyl, sorgte diese Katastrophe wie schon Tschernobyl für Panik in der ganzen Welt. Aber vor allem in Deutschland, was die damalige Regierung, mit Unterstützung der Öffentlichkeit, die sich noch massiver als zuvor gegen Atomkraft wandte, dazu veranlasste, eine völlig neue Atompolitik anzustreben. Diese umfasste die fast sofortige Abschaltung von 8 Reaktoren nur 3 Monate nach Fukushima im Sommer 2011, für alle anderen Kraftwerke wurden feste Ausstieg Zeiten beschlossen.
Der Hauptgrund war hier die Sorge und die Befürchtung eine derartige Katastrophe könnte sich hier in Deutschland zutragen, weshalb auch direkt nach der Katastrophe viele Atomkraftwerke auf verschiedene Katastrophenszenarien getestet wurden. Dadurch wurde die Sicherheit in ähnlichen Situationen wie Fukushima getestet, wodurch es dann nach kurzer Zeit zur Abschaltung der ältesten Atomkraftwerke in Deutschland kam. Ein anderer Einfluss war aber auch Tschernobyl, das, das ein noch schlimmeres Ereignis war und mit Fukushima zusammen die Furcht vor Atomkraft und die Anti-Atomkraftbewegung ankurbelte.
Aber ein weiterer Grund der damaligen Koalition den Ausstieg zu beschließen war eine Wahlniederlage zu verhindern und an der Macht zu bleiben, indem man sich dem Willen des größten Teils der Bevölkerung abschließt, der durch Sorge entstanden war und den Ausstieg vorantriebt.
Zu den weniger direkten Gründen und eher allgemeinen Gründen für einen Atomausstieg gehören unter anderem das Problem der Endlagerung, das bis heute besteht, da bei einem Endlager der Atommüll sicher und langwierig gelagert werden muss. Es darf keine Möglichkeit bestehen, dass der giftige Müll irgendwann in das Grundwasser gelangt und da man in Deutschland bisher kein passendes Endlager gefunden hat, aber trotzdem schon 1 Million Tonnen Atommüll hat, die zurzeit in Kraftwerk Nähe gelagert werden. Dies stellt ein großes Risiko für die Sicherheit der Atomkraft dar und bietet damit einen weiteren Grund für den Atomausstieg.
Ein weiterer Grund dieser Art ist, dass die derzeitig genutzten Leichtwasserreaktoren sehr ineffizient arbeiten und man bei weiterem Betrieb dieser Art von Reaktoren bald kein Uran mehr hätte und deshalb die sehr teure Entwicklung neuer Reaktoren und Wiederaufarbeitungsanlagen wiederaufnehmen müsste. Diese wurde im Grunde spätestens seit der Tschernobyl Katastrophe eingestellt und es werden nur noch Leichtwasserreaktor verbessert, aber keine neuen Technologien für Kernkraftwerke mehr entwickelt.
Außerdem kann Deutschland so, als internationales Vorbild agieren, um den Atomausstieg auch international weiterzutreiben, wodurch das Risiko für Unfälle und damit auch die Gefahr von Atomkatastrophen aus dem Ausland sinkt.
Durch den Ausstieg kann außerdem die Entwicklung von Atomwaffen aus z. B. in dem im Reaktor entstehendem Plutonium verhindert werden, was ein Wettrüsten verschiedener Nationen verhindert. Das Fehlen der Option von Atomwaffen wird aber von anderen und vor allem aus militärischer Sicht als Nachteil gesehen.
Als letzten Grund kann man mit einem genauen Ausstiegsplan für die Zukunft, eine aus Sorge durch z. B. eine Atomkatastrophe resultierende nicht im vollem und ganzem durchdachte Entscheidung verhindern. Wie z. B. das sofortige Abschalten so vieler Reaktoren, dass das nationale oder sogar das internationale Stromnetz zu teilen zusammen bricht.
Quellen:
https://www.energie-lexikon.info/atomausstieg.html
https://www.fes.de/themenportal-geschichte-kultur-medien-netz/artikelseite/atomausstieg
https://www.financescout24.de/wissen/ratgeber/atomausstieg
https://www.stromtip.de/rubrik2/19623/2/Der-politische-Hintergrund-des-Atomausstiegs.html?erx1=3
https://de.wikipedia.org/wiki/Laufzeitverl%C3%A4ngerung_deutscher_Kernkraftwerke
Heutige Bedeutung der Atomkraft in der BRD
2022 werden noch 11 % der elektrischen Energie in Deutschland aus Atomkraft bereitgestellt. Ab 2023 sollen dann alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden, somit muss ab 2023 11 % kompensiert werden. Da das Ziel für Deutschland ist klimaneutral zu werden, sollen diese 11 % am besten direkt aus erneuerbaren Energien bereitgestellt werden, anstatt z.B. mehr Kohlekraftwerke zu bauen. Dazu ist es wichtig zu wissen, dass schon jetzt ca. die Hälfte der Energie in Deutschland aus erneuerbaren Energien zur Verfügung gestellt. Oft ist sogar „zu viel“ Energie aus erneuerbaren Energien in Deutschland da, da die Energie z.B. bei hoher Sonneneinstrahlung nicht gebraucht wird und momentan auch nicht gespeichert wird. Oft ist die Energie sogar am „falschen Ort“, wenn z.B. viel Windenergie vor allem im Norden ist, aber nicht in den Süden gebracht werden kann wegen ungenügender Netzstruktur. Somit kann die Atomkraft einfach kompensiert werden, nur mit erneuerbaren Energien, sofern Anpassungen an unserem Netz vorgenommen werden.


Chancen für Verbraucher und Wirtschaft
Einer der wichtigsten Chancen die der Atomausstieg bietet ist das er die Energieabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und somit auch die Unabhängigkeit von anderen Ländern (da wir keine Uranvorkommen in Deutschland haben) vorantreibt, jedoch gilt diese Unabhängigkeit nur für die Brennstoffe aus anderen Ländern und nicht für den Strom.
Eine weitere Chance die dieser Aussteig bietet ist das durch den Ausstieg neue Märkte für Energie erschlossen werden, neue Unternehmen können mit neuen Techniken zur Energiegewinnung die Atomkraft ersetzen können.
Eine weitere Chance die der Atomausstieg für Verbraucher bietet ist die Chance auf Sicherheit, da dadurch das wir keine Atomkraftwerke mehr haben auch die Chancen auf auf einen Unfall oder Anschlag sinken.
Risiken für Verbraucher und Wirtschaft
Ein Risiko für Verbraucher beim Atomaustieg ist das ansteigen der kosten dies kann passieren jedoch entstehen durch die erneuerbaren Energien auch chancen für billigere preise.Ein anderes Risiko kann die Abhänigkeit von anderen Ländern wenn zu wenig Strom vorhanden ist das ist aber bei Atomkraft auch ein Risiko da Länder wie Russland viel Uran Liefert.
