Der Kohleausstieg

Die heutige Bedeutung der Kohlekraft für die BRD

Es gibt in Deutschland 106 Großkraftwerke für Braun-oder Steinkohle, von denen ein Großteil Braunkohle und nur ein kleiner Teil Steinkohle darstellt. Das größte Kohlekraftwerk Deutschland wird von RWE betrieben und steht in Grevenbroich- Neurath nahe Neuss. Die deutschen Kohlekraftwerke produzieren 310 mio Tonnen CO. Produzieren jedoch nur ca. 35% der deutschen Strommenge. Hauptsächlich die Stahlindustrie ist abhängig von der deutschen Energierversorgung durch Kohlekraftwerke.

Darstellung dient nur zur Veranschaulichung

Auf Grund der aktuellen Situation bezüglich der russischen Energieversorgung wird in Erwägung gezogen die deutsche Kohlekraft wieder zu fördern, da das eventuelle Ausfallen von Erdgas anderweitig kompensiert werden muss. In der Kohleversorgung ist Deutschland unabhängig von Russland, da ein Großteil der deutschen Kohle aus Australien, Kolumbien und der USA geliefert wird.

Gründe, welche die damalige Bundesregierung zum Kohleausstieg bewogen hat 

Die zentralen Gründe der Bundesregierung diese Entscheidung zu treffen lagen vor allem im Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschutz. Mit dem Ausstieg soll vor allem der 2015 in Paris beschlossene Klimaschutzvertrag erfüllt werden, bei dem die globale Erwärmung unter 2 Grad Celsius begrenzt werden soll. Als weiteres Klimaschutzziel wurde festgesetzt, die Emissionen von Treibhausgasen bis 2050 um 85% gegenüber der Werte aus dem Jahr 1990 zu reduzieren. Somit sollen die Folgen einer globalen Erwärmung verhindert werden, denn Kohle emittiert, im Vergleich zu anderen Energieressourcen wie Erdöl und Erdgas, mehr CO₂ pro Kilowattstunde. 

Ein weiterer Grund ist die Vermeidung von gravierenden Gesundheitsschäden, die durch Luftschadstoffe entstehen können und bei der Verbrennung freigesetzt werden. Die Luft wird durch die Emissionen mit Feinstaub und Schwermetallen wie Quecksilber belastet, welche zentrale Entwicklungen im Nervensystem schädigen können. Diese Schadstoffe können über die Atmosphäre bis hin zu Arktis gelangen und können beispielsweise über Speisefische in unserem Körper landen. 

Die Versorgung durch Kohle hat ebenfalls negative externe Effekte, die in der Entscheidung eine Rolle spielen und in den Erzeugungskosten nicht abgebaut werden. Die Kosten, die durch die Schädigungen von Umwelt und Gesundheit aufkommen, werden nicht vom Stromproduzenten übernommen und sind eine zusätzliche finanzielle Belastung für die Bevölkerung. 

Durch den Kohleausstieg soll eine nachhaltige Wirtschaft entstehen, deren Entwicklung rechtlich planbar und ebenfalls wirtschaftlich und technisch gestaltbar sein sollte. Die Regierung erhofft sich eine hochwertige Beschäftigung in den Firmen, die durch die entstandene Klimaneutralität nun mehr gefördert werden können und damit Deutschland als wettbewerbsfähiges Industrieland erhalten bleiben kann. 

Wie weit ist der Kohleausstieg?

Geplant ist, dass ab dem Jahr 2026 Steinkohlekraftwerke in Reihenfolge ihres Alters stillgelegt werden.
Jedoch sollen 50% der Braunkohlekraftwerke erst zwischen 2035 und 2038 abgeschaltet werden.
Laut Wikipedia war der letze Termin für die endgültige Stilllegung eines Braunkohlekraftwerks bis 150MW am 1. April 2022 und somit sind bis heute 8 Braunkohlekraftwerke vom Netz gegangen. Alleine bis Ende 2022 sollen es nochmal 6 mehr werden.
Von dem Braunkohlekraftwerken bis 150MW wurden bereits 3 stillgelegt und von den Steinkohlekraftwerken auch nochmal 10.
Das bedeutet das bis zum heutigen Tag bereits 21 Kraftwerke endgültig stillgelegt wurden.
Bis Ende dieses Jahres ist angesetzt weitere 20 Kohlekraftwerke vom Netz zu nehmen.

Risiken von Kohleausstieg

Zum Anfang: Es wird weder garantiert, dass das Klimaziel erreicht wird, noch dass die Emmissionsverlagerungen gedämmt werden. Durch den geplanten Löschmechamissmus könnten Emissionen sogar ansteigen.
Die Klimaziele könnten trotz der Abschaltung verfehlt werden sollte es zu einer Steigerung der CO-Emissionen in den Marktverbleibenden Kohlekraftwerken kommen. Das bezeichnet man als Reboundeffekt . Der Reboundeffekt läuft über den Strommarkt . Der Strompreis erhöht sich durch das Abschalten von Kohlekraftwerken. Verbleibende Stein-und Braunkohlekraftwerke können häufiger Kostendeckend produzieren. Dadurch erhöhen sich dann ihre Kapazitätsauslastungen und die Emissionen. Es gibt hierbei zwei verschiedene Arten: Den nationalen und den Europäischen Reboundeffekt. Das ist abhängig davon, ob die Verlagerung innerhalb oder außerhalb Deutschlands eintreten.

Die erzielten Emissionsreduktionen können zu einer Verlagerung in andere Sektoren führen. Dabei spricht man vom Wasserbetteffekt.
Der Wasserbetteffekt wirkt über die ETS (der Europäische Emissions Handel). Für Akteure in den vom ETS erfassten Sektoren im In-und Ausland wird es dann billiger weitere Emissionsrechte zu erwerben. Dies führt schließlich zu mehr Emissionen.

Chancen für Verbraucher und Wirtschaft mit dem Ausstieg

Bis Ende 2022 sollen 12,5 Gigawatt an Kohlekapazitäten abgeschaltet werden. Aber was spricht positiv für den Kohlekompromiss?
Es werden hohe CO– Emissionen bei der Nutzung des Kohlestroms freigesetzt und tragen somit einen hohen Beitrag zur Belastung der Umwelt bei. Da vor allem Braunkohle in sogenannten Tagebauanlagen abgebaut wird, müssen viele Natur- und Siedlungsflächen zerstört werden. Demnach wirkt sich der Abbau von Kohle nicht nachhaltig auf den Mensch und die Umwelt aus. Somit ist der Ausstieg von Kohlekraftwerken ein Wendepunkt in der deutschen Klimapolitik und ein Meilenstein für die Klimawende.
Zum anderen produzieren deutsche Kohlekraftwerke deutlich mehr Strom als benötigt wird, weshalb ca. 10% ins Ausland exportiert werden. Die Solar- und Windanlagen produzieren im Hinblick auf die Klimawende mehr Energie und somit wird mit Kohlekraftwerken ein Überschuss produziert. Denn um wenig Strom zu produzieren, muss viel Kohle umgewandelt werden, da Kohle eine geringe Dichte hat. Es entstehen keine Stromlücken, die von anderen Ländern gefüllt werden müssen.
Ein weiter Grund ist, dass durch den Ausstieg erneuerbare Energie immer günstiger wird, weil hohe Investitionen in neue Kraftwerke mit intensiven Forschungsanstrengungen eingehen. Damit werden die Systeme immer weiter verbessert, so dass niedrigere Produktionskosten und geringere Betriebskosten münden.

Wie groß ist die Verantwortung kommender Generationen gegenüber der Ewigkeitsaufgaben im Zusammenhang mit dem Bergbau?

Definition Ewigkeitsaufgaben

Spätestens mit dem Schließen der letzten Zechen, hat die Geschichte des Kohle-Bergbaus ein Ende in Deutschland gefunden. Doch auch wenn nun keine Kumpel mehr untertage zu finden sind, bleibt trotzdem Arbeit in und an den ehemaligen Bergwerken zurück. Es entstehen weiterhin Folgekosten und Belastungen, die „ewig“ oder zumindest für längere Zeit bestehen werden. Die Kosten und Belastungen setzen sich dabei aus mehreren Faktoren zusammen.

Zusammensetzung Ewigkeitskosten

Faktor 1 (Außenerhaltung):
Der Bergbau hat Natur- und Landschaftsräume beeinflusst, teilweise sehr stark. Nach dem Ende des Bergbaus besteht nun das Ziel, diese Landschaftsgebiete zu Renaturieren. Da in der Vergangenheit bereits „der Natur überlassene“ Landschaftsgebiete bloß Ödland hervorbrachten, ist häufig eine aktive Sanierung der Gebiete notwendig. Gerade dieser Prozess ist sowohl besonders langwierig als auch kostenbeanspruchend.
Faktor 2 (Innenerhaltung):
Die Erhaltung der Bergschächte ist ein weiterer Teil der Ewigkeitsaufgaben. Durch die tiefe Lage der Bergschächte sind diese besonders anfällig für einströmendes Grundwasser. Die Aufgabe ist dabei, präventiv so vorzusorgen, dass die Gruben sich nicht mit Wasser anfüllen. Entsprechende technische Geräte müssen gewartet werden, Poldermaßnahmen erhalten werden und dort, wo Trinkwasser aus Gruben entnommen wird, muss dieses unter strengen Auflagen gereinigt und geprüft werden. Zudem erfordert die Verwaltung der Ewigkeitsaufgaben Arbeit.

Was bringen uns die Ewigkeitsaufgaben?

Zunächst einmal muss man erwähnen, dass diese Ewigkeitskosten oder auch Ewigkeitslasten, einen Aufwand mit sich bringen. Die Erhaltung des Erbes des Bergbaus kostet Geld und Zeit. Dieser Aufwand ist aber auch die Chance Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten in einem ganz neuen Aufgabenbereich. Zusätzlich hält man damit die Bergbau-Kultur noch stückweise aufrecht, die in Deutschlands Wirtschaftsgeschichte nicht zu missachten ist. In der Erhaltung und Pflege der Zechen und der Kulturvermittlung bietet sich auch die Möglichkeit für beispielsweise Museen.

Quellen:

https://pixabay.com/de/

https://www.entega.de/blog/kohleausstieg/

https://de.wikipedia.org/wiki/Kohleausstieg#Deutschland

https://www.rag-stiftung.de/ewigkeitsaufgaben

https://de.wikipedia.org/wiki/Ewigkeitskosten

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