Wie entstehen Preise? Die Theorie von Angebot und Nachfrage

Teil 1Angebots-Nachfrage-Diagramm

Dieses Bild zeigt ein Angebots-Nachfrage-Diagramm (Eigene Darstellung)

Gleichgewichtspreis

Der Gleichgewichtspreis beschreibt das Gleichgewicht zwischen dem Preis der angebotenen und nachgefragten Menge.

Gleichgewichtsmenge:

Die Gleichgewichtsmenge beschreibt das Gleichgewicht zwischen angebotener und nachgetragener Menge.

Teil 2 – Beispiele zur Verschiebung der Nachfrage- oder Angebotsmenge eines Produktes und welche Auswirkungen dies auf den Gleichgewichtspreis hat

Dieser Artikel behandelt verschiedene Einflüsse und wie sie auf die Nachfrage- und Angebotsmenge wirken am Beispiel des Produktes des Kraftfahrzeugkraftstoffes Benzin. Hierbei handelt es sich um das konventionelle Produkt.

Zunächst ist zu erwähnen, dass sämtliche Werte nicht zwingend der Realität oder Entwicklungen derer entsprechen und nicht in Messungen erhoben wurden, sondern lediglich mögliche und wahrscheinliche Entwicklungen in hypothethischen Szenarien abbilden. Dabei richten sich die Werte immer nach einer ebenfalls hypothethischen Idealkurve.

Idealkurve (Eigene Darstellung)
Nachfrage1,951,91,851,81,751,71,651,6
Angebot1,61,651,71,751,81,851,91,95
Gleichgewichtspreis1,775       

Dieser Graph zeigt eine solche Idealkurve. Hierbei ist bei einem vergleichsweise hohen Preis in angebotene Menge eher höher und die nachgefragte Menge eher niedriger. Das Pendant ist bei einem entsprechen niedrigeren Preis der Fall. 

Im ersten Teil werden wir auf verschiedene generelle Einflüsse eingehen, die meist sowohl eine Veränderung der Angebotsmenge als auch bei der Nachfragemenge hervorrufen. 

Einwirkung einer Naturkatastrophe (Eigene Darstellung)
Nachfrage1,851,81,751,71,651,61,551,5
Angebot1,71,751,81,851,91,9522,05
Gleichgewichtspreis1,775       

Eine Naturkatastrophe bringt viel Zerstörung mit sich. Bei dem Besitz der Menschen ensteht also oft Schaden, weshalb diese finanziell mehr belastet sind. Daher wollen und können sie teilweise bei einem gewissen Preis nicht mehr so viel bezahlen wie vorher, weshalb die Nachfrage für einen gewissen Preis sinkt und die Kurve sich nach links verschiebt.  Auch Händler und Anbieter bleiben nicht von entsprechenden Naturgewalten verschont, beim Beispiel Benzin werden so unter anderem Tankstellen zerstört, ein tragisches Beispiel bilden verheerende Fluten im Ahrtal im Juli 2021, wo unter anderem Dutzende Tankstellen zerstört wurden. Daher sind auch sie finanziell angeschlagen und können ebenfalls nicht mehr so günstig handeln. Daher sinkt bei einem gewissen Preis auch die Angebotsmenge und die Kurve verschiebt sich nach links. 

Einwirkung einer Gesundheitskrise (Eigene Darstellung)
Nachfrage1,91,851,81,751,71,651,61,55
Angebot1,61,651,71,751,81,851,91,95
Gleichgewichtspreis1,75       

Die tendenzielle Entwicklung einer Pandemie oder Gesundheitskrise kann man natürlich gut beschreiben, wenn brandaktuell eine solche vorliegt, weshalb diese Beschreibung nun auch auf das Beispiel der Corona-Pandemie bezogen ist. Wenn wir nun auf den Beginn der Pandemie blicken, waren die Angebote zunächst recht gleichbleibend. Bei den Konsumenten war jedoch eine Änderung merklich. Durch wachsende Infektionsschutz-Maßnahmen wurde mehr und mehr das öffentliche Leben gemieden, womit bei den Menschen, die nun nicht mehr so viel Transport benötigten, auch der Kraftstoffverbrauch sank. Daher sinkt auch hier bei gleichbleibendem Preis die Nachfrage und die Kurve verschiebt sich nach links.

Einwirkung Aussagen (Eigene Darstellung)
Befürwortend2,0521,951,91,851,81,751,7
Gleichgewichtspreis1,825       
Kritisch1,851,81,751,71,651,61,551,5
Gleichgewichtspreis1,725       
Angebot1,61,651,71,751,81,851,91,95

Allgemein bekannt ist, dass der Mensch durch Werbung oder Idole zu beeinflussen ist, was sich schon mancher zu Nutzen gemacht hat. So können Aussagen von Prominenten, Werbe- oder politische Kampagnen durchaus zu einer Veränderung der Kaufkraft führen. Ist die Kampagne- oder Aussage befürwortend, ist der Konsument bei einem gleichen Preis bereit, mehr zu kaufen. Ist sie jedoch negativ, am Beispiel des Kraftstoffes beispielsweise eine Kampagne zum Klimaschutz, führt es tendenziell zu Skepsis und weniger Nachfrage bei einem bestimmten Preis und eine Verschiebung der Kurve nach links. 

Saisionalität (Eigene Darstellung)
Nachfrage1,851,81,751,71,651,61,551,5
Angebot1,51,551,61,651,71,751,81,85
Gleichgewichtspreis1,675       

Auch die Saisonalität kann zu einer Verschiebung der Mengen beitragen. Darunter sind zunächst naturgegebene, jahreszeitliche Bedingungen zu verstehen, bei denen ein Produkt mehr oder weniger vorhanden ist. Bei Obst und Gemüse ist dies recht greifbar. Da gemeines Benzin ein industrielles Produkt ist, ist es an diesem Beispiel schwieriger. Beschränkt man es aber auf Motorradfahrer als Konsumenten, kann man es eher darstellen. Diese benutzen ihr Kraftfahrzeug aufgrund von Wetterbedingungen meist nur von Frühling bis Herbst und im Winter seltener, es gibt also dabei für das benötigte Benzin eine Saisonalität. Hierbei betrachten wir eine Momentaufnahme außerhalb der Saison. Hierbei ist die Nachfragemenge nun bei einem bestimmten Preis vermindert.

Teil 3 – Merkmale des Marktes

Was versteht man unter einem Marktgleichgewicht?

Unter einem Marktgleichgewicht versteht man, dass die angebotene Menge und die nachgefragte Menge des Produktes übereinstimmen. Es wird durch den Gleichgewichtspreis eines Gutes und die dazu entsprechende Menge bestimmt. Dabei verwirklichen die Anbieter und die Nachfrager, also die Käufer, ihre Vorstellungen von Preis und Menge und somit kommt für beide der größtmögliche Umsatz zustande. Solange ein Markt noch nicht im Gleichgewicht ist, laufen die Anpassungen auf beiden Seiten. Durch die Unternehmen kommt es meistens zuerst zu Preissenkungen, wodurch die Käufer dann auf Vorrat kaufen. Dadurch kaufen sie anschließend wieder weniger und die Unternehmen müssen die Preise wieder anheben, sodass es zu einer Verschiebung von Angebot und Nachfrage kommt bis das Marktgleichgewicht erreicht ist.

Die verschiedenen Marktformen

Als erstes gibt es das Polypol. Es gibt eine vollständige Konkurrenz, da es eine Vielzahl an Anbietern gegenüber einer großen Anzahl von Nachfragern gibt. Dies ist die Marktform die bei jedem Markt erwünscht ist. Die nächste Stufe ist dann ein Oligopol. Es ist eine unvollkommene Marktform, da es wenige Anbieter gegenüber einer großen Anzahl von Nachfragern gibt. Das Extrem ist dann ein Monopol. Dabei gibt es nur einen Anbieter gegenüber von vielen Nachfragern, das heißt es ist eine unvollkommene Marktform.

Die Merkmale eines vollkommen Marktes

Bei einem Vollkommen Markt müssen grob gesagt alle Produkte exakt gleich sein, von der Qualität her bis zu der Verpackung. Es dürfen keine Räumlichen Präferenzen vorliegen, das heißt, dass der Standort der Verkäufer gleichwertig sein muss und die Transportkosten auch keine Rolle spielen dürfen. Außerdem muss ein vollständiger Wettbewerb vorhanden sein, also ein Polypol, da bei einem Oligopol nur wenige Anbieter da sind und bei einem Monopol sogar nur ein Anbieter. Dazu kommt die Homogenität der Waren, das bedeutet das alle Produkte einer Kategorie gleich sein müssen. Der Käufer muss auch alle Informationen bekommen, also müsste er erst alle Angebote kennen, bevor er etwas kauft und er dürfte keine persönlichen Präferenzen haben, wozu Gewohnheiten und auch Sympathien gehören. Zusätzlich darf es bei einem vollkommenem Markt auch keine zeitlichen Präferenzen geben, das bedeutet man darf als Käufer nicht warten und hoffen das es später günstigere Preise gibt, sondern man muss immer die Produkte kaufen wenn man sie braucht.

Teil 4 – Angebots- und Nachfrageüberschuss

(Eigene Darstellung)

Das Angebot entspricht der Menge an Gütern, die in einem Markt angeboten werden während die Nachfrage der Bereitschaft der Käufer entspricht, die diese Güter und Dienstleistungen erwerben, jedoch ist beides abhängig vom Preis.

Erläuterung der Tabelle

Die angebotene Menge der Masken in der abgebildeten Tabelle ist vom Preis abhängig. Dies erkennt man an dem Wachstum des Preises welches zur Folge hat, dass weniger Masken erworben/verkauft werden.

Es gilt also je niedriger der Preis, desto höher ist die Nachfrage oder auch umgekehrt. Je höher der Preis desto höher ist die Angebotene Menge. Um ein Marktgleichgewicht zu erreichen muss man einen Schnittpunkt zwischen der Nachfrage und dem Angebot finden bei dem Kunde, aber auch Verkäufer gleichzeitig von profitieren. In unserem Beispiel lukieren beide Handelspartner wenn 6 Masken zum Preis von 5€ verkauft werden.

Teil 5 – Quellen

Quellen:

Teil 1 – https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19527/gleichgewichtsmenge 

https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19528/gleichgewichtspreis

Teil 4 – Sozialkunde – Politik in der Sekundarstufe II des Schoeningh-Verlages

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